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Pascal Fendrich / Bernd Härpfer

Speed Crystal

Video
PAL 4:3, stereo
4 min 39 sec
2004

deutsch | english | français

Das grundlegende Konzept von Speed Crystal ist die Integration von Bild und Ton in eine abstrakte Dramaturgie, die auf dem Prinzip ständiger Beschleunigung beruht.

Der Prozess basiert auf einer geloopten Videosequenz, die aus einer der Gondeln eines Riesenrades heraus aufgenommen wurde. Da sich die Gondeln während der Gesamtdrehung des Rades mehrmals in horizontaler Richtung um ihre Aufhängung drehen, entsteht eine komplexe, ineinander verschachtelte und immer wiederkehrende Bewegung.

Das Bild ist in ein Raster von neun Ausschnitten unterteilt, die zunächst nicht zu sehen sind, sich im Verlauf des Videos jedoch allmählich voneinander absetzen, da ihnen jeweils individuelle Beschleunigungsgrade zugeordnet sind. Die zeitliche Verschiebung zwischen den einzelnen Ausschnitten nimmt stetig zu, bis sich schließlich eine vollkommene Asynchronität der neun Bildausschnitte ergibt. Die einzelnen Ausschnitte bilden nun nicht mehr in erster Linie das Motiv ab, sondern werden als eigenständige, kontrastreich gegeneinander abgesetzte, immer schneller rotierende Farbflächen wahrgenommen. Am Ende erreichen die individuellen Zeitverläufe der Bildausschnitte wieder einen Synchronpunkt, so dass erneut ein ungeteiltes Bild entsteht, welches dann die ursprüngliche Kamerafahrt in vielfach beschleunigter Form zeigt.
 
Ausgangspunkt der Musik ist der O-Ton der Videosequenz, welcher im Verlauf des Videos verschiedenen Graden rhythmischer, tonaler und spektraler Verzerrung unterworfen wird. Analog zur Bildebene entwickelt sich der musikalische Prozess aus einer zunehmenden Auffächerung zeitlicher Ebenen, die durch unterschiedliche Beschleunigungsverläufe gekennzeichnet sind.

Die Integration von Bild und Ton ist das Ergebnis eines Prozesses, der sowohl die Entwicklung eigener Software, als auch die enge gemeinsame Zusammenarbeit beinhaltet. Die softwarebasierte Ermittlung von Abläufen auf der einen Seite und der menschliche Ermessensspielraum auf der anderen Seite führen zu einer Form abstrakter Dramaturgie, die in keiner Weise narrativ ist, sondern nur auf den bildnerischen und kompositorischen Mitteln des Videos und der Musik beruht.

Ziel war es, den Eindruck einer monumentalen, kristallinen Struktur ständig zunehmender Beschleunigung zu erzeugen.

Die Videoarbeit wurde nominiert für den Bild-Kunst Förderpreis für experimentellen Film im Rahmen der Kunstfilmbiennale 2004.

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Weitere Arbeiten: videokunst.org

Website von Pascal Fendrich

Website von Bernd Härpfer